Der Ruf des Lebens

Der Ruf des Lebens

Jeder kennt sie, die Zeiten, wo es im Leben nicht so läuft, wie wir es gerne hätten. Was macht eine Lebenskrise eigentlich aus? In der Regel sind es Ereignisse, die sich nicht mit unseren Vorstellungen davon decken, wie es laufen sollte. Das Scheitern einer Beziehung, der Verlust der Arbeitsstelle, eine Krankheit. Wir haben eine genaue Vorstellung davon, was besser für uns wäre… Aber – stimmt das?

Wenn man die Krise einmal mit etwas Abstand, zum Beispiel im Rückblick, betrachtet, kann man häufig erkennen, was sie einem gutes gebracht hat. Jede Krise enthält Geschenke für uns. Vielleicht waren wir gezwungen uns mit der Frage auseinanderzusetzen, wo es für uns hingehen soll im Leben. Welche Ziele wir für lohnend halten, wofür wir uns einsetzen wollen. Vielleicht haben wir Solidarität kennen gelernt und echte Freunde von unechten getrennt. Oder wir haben gemerkt, dass wir stark genug sind, die Anforderungen auszuhalten und uns auf unsere eigenen Kräfte besonnen.

Jede Krise bietet die Chance etwas Neues zu entdecken. Die unkenden Prophezeiungen von Mitmenschen nach dem Motto „Du wirst nie wieder…“ oder „Dann ist der Zug endgültig abgefahren…“ sind da wenig hilfreich. Sie versuchen, einen verunsicherten Menschen in genau dem Zustand zu halten, aus dem das Leben ihn gerade befreien will. Denn nichts anderes ist die Krise: Der Ruf des Lebens nach Verbesserung, nach Bewusstwerdung, nach Klärung.

Folgen wir diesem Ruf, dann beschenkt uns das Leben reich. Vielleicht bekommen wir eine Arbeitsstelle, die zwar nicht die gleichen Sicherheiten bietet, uns dafür aber erfüllt und glücklich macht. Oder wir gewinnen durch die Krankheit ein Gefühl für die Endlichkeit den Wert des Lebens. Ich habe durch einen Unfall erfahren, dass es Heilungswege gibt, die sich jeder schulmedizinischen Erkenntnis entziehen.

Viele hochsensible Menschen nehmen den Ruf des Lebens unterschwellig wahr. Sie ahnen so etwas wie eine Bestimmung oder Berufung. Und sie spüren auch, wenn sie daran vorbeileben, wenn sie unter ihren Möglichkeiten bleiben. Ziele, die für andere erstrebenswert sind (wie z.B. finanzielle Sicherheit), reichen ihnen als alleiniges Ziel häufig nicht. Sie suchen nach Sinn und Nachhaltigkeit. Sie möchten etwas zur Verbesserung beitragen. Wenn sie diesem Bedürfnis nicht genügend Raum geben, bleibt das Gefühl von Erfülltheit vielleicht aus.

Ich bin überzeugt davon, dass jeder einzelne Mensch seine Aufgabe hat, einen Platz, den er am besten ausfüllen kann. Und wenn er diesen entdeckt und einnimmt, dann ist er im Plan des Lebens, im Einklang mit sich, fühlt sich stimmig, wird mit Erfüllung und Zufriedenheit belohnt und bekommt vom Leben alle Hilfestellungen, die er benötigt.

Hesse formulierte es so: „Des Lebens Ruf an dich wird niemals enden…“ Diesem Ruf zu folgen, bedeutet, wahrhaftig zu sein und darauf zu vertrauen, dass das Leben es gut mit uns meint.

Und das meint es!

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Barbara Grebe
Barbara Grebe

Barbara Grebe ist Coach für hochbegabte und hochsensible Menschen in Köln.

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