Introvision

Introvisions-Coaching

Wer unter einer starken Angst leidet, kann sich häufig gar nicht mehr vorstellen, wie einfach das Leben ohne diese Angst wäre. Starke Ängste können uns sehr beherrschen und einschränken, weil wir ständig nach Anzeichen Ausschau halten, ob diese oder jene Gefahr vielleicht droht. Die Sorge ein bestimmtes Ereignis könnte eintreffen (wir könnten in der Prüfung versagen, unser Freund könnte uns verlassen, wir würden uns beim Vortrag blamieren usw.) löst einen Alarm in uns aus, der uns in Spannung versetzt.

Wie wäre es, wenn die gleiche Situation uns völlig unbeeindruckt ließe? Wer mit einer starken Angst zu tun hat, kann sich das womöglich nicht vorstellen. Und doch ist es möglich!

Introvision ist eine Methode mit der man die Angst auslösende Situation von der Instanz loskoppelt, die den Alarmzustand auslöst. Die gleiche Situation kann danach ohne emotionale Stressreaktion erlebt werden.

Angst reagiert nicht auf Bewusstsein

Introvision ist eine noch recht junge (aber bereits ganz gut erforschte) Methode, mit der die emotionale Belastung gelöscht wird, die an ein bestimmtes Ereignis gekoppelt ist. Wenn wir die Angst haben, mit dem Flugzeug abzustürzen, halten wir sie emotional zwar für begründet, doch müssten uns die Verkehrsstatistiken eigentlich sagen, dass Autofahren viel gefährlicher ist. Auf diese Art der Plausibilität spricht aber das Gefühl nicht an. Die Angst glaubt das einfach nicht.

Menschen die eine Schlangenphobie haben, verlieren diese nicht dadurch, dass man ihnen glaubhaft versichert, dass sie in unserer Region vermutlich nie einer Schlange begegnen werden und einer giftigen schon gar nicht. Wer Pfrüfungsangst hat, dem ist nicht damit geholfen zu hören, dass er die vergangenen Prüfungen doch auch geschafft hat.

Der Stress, den eine Situation oder auch schon der Gedanke daran auslöst, ist völlig unabhängig von rationalen Erwägungen. Gut gemeinte Ratschläge helfen deshalb leider meistens überhaupt nicht.

Introvision kann genau das: Die Angst wirkungsvoll und vor allem dauerhaft auflösen.

Die Angst und der innere Alarm

Etwas haben die Ängste gemein. Sie lösen in uns das Gefühl aus: Situation XY darf auf gar keinen Fall passieren. Es schrillt quasi die innere Alarmglocke. Mit dem Verstand ist diesem Alarm nur sehr unzureichend beizukommen.

Wer Angst hat sich bei einer Rede zu blamieren, lernt vielleicht Methoden kennen, wie er trotz der Angst halbwegs handlungsfähig bleibt und seine Rede einigermaßen gut über die Bühne bekommt. Doch kostet das unglaublich viel Kraft. Vielleicht gehen dem Ereignis tagelang sorgenvolle Gedanken voraus begleitet von Kopfdruck, Schlaf- oder Verdauungsstörungen.

Der gleiche Mensch hätte ohne diese Sorgen einen viel besseren Zugang zu seinen Fähigkeiten, könnte freier sprechen und wäre im Vorfeld nicht belastet. Er hätte direkt vor seinem Vortrag genau das richtige Maß an Spannung, das er braucht, um wach und sehr konzentriert zu sein. Sein Kopf wäre klar und unbelastet.

Leicht vorzustellen, dass diese innere Freiheit zu einem besseren Ergebnis führt.

Warum Ängste so hartnäckig sind

Die Instanz im Gehirn, die emotionale Stresszustände bewertet, ist die Amygdala (Mandelkern). Sie entscheidet blitzschnell, ob etwas als bedrohlich eingestuft werden muss oder nicht. Das Bewusstsein dagegen sitzt an einer ganz anderen Stelle im Gehirn und wird bei dieser Bewertung nicht zu Rate gezogen. Die Amygdala hat die Aufgabe, unser Überleben zu sichern und diese Aufgabe nimmt sie sehr ernst. Wenn das Bewusstsein ihr versucht zu vermitteln, dass sie etwas überreagiert, kommt das einfach nicht an.

Wer als Kind vielleicht einmal erlebt hat, dass er für eine Äußerung von der Klasse ausgelacht worden ist, bei dem kann sich die Botschaft festsetzen: Sprechen vor mehreren Menschen ist gefährlich. Vermutlich vergisst der Mensch im Laufe der Zeit die Situation, die Amygdala jedoch nicht. Wenn er dann als erwachsener gestandener Mann auf die Bühne treten und über sein Fachgebiet sprechen soll, erinnert die Amygdala ihn sehr deutlich daran, dass diese Situation als höchst gefährlich (weil verletzend) einzustufen und am besten zu meiden ist.

Häufig verselbständigen sich Ängste. Ein ursprünglich bedrohliches Erlebnis, das schon gar nicht mehr erinnert werden kann, mag Auslöser gewesen sein. Doch der Alarm wird immer mehr ausgeweitet, so dass später selbst Situationen einen Alarm auslösen, die mit dem Ursprungsereignis thematisch nichts zu tun haben. Phobien können so entstehen. Der Angst vor Spinnen muss also nicht unbedingt ein schlechtes Erlebnis mit diesen Tieren vorausgegangen sein.

Die Funktion der Amygdala hat eigentlich einen guten Zweck. Sie will uns schützen. Sie sorgt dafür, dass wir bei einem Brand nicht erst abwägen und überlegen, ob wir das Haus vielleicht besser verlassen sollten, sondern veranlasst, dass wir die Beine in die Hand nehmen und losrennen.

Was aber, wenn uns dieser Mechanismus heute in vielen Situationen mehr hindert als nützt? Dann ist es an der Zeit ihn abzustellen.

Introvision kann das.

Introvision ist eine besondere Form der Wahrnehmung, die die Verknüpfung eines Erlebnisses mit dem Alarm in der Amygdala unterbricht. Der Alarm wird abgestellt. Das hat zur Folge, dass das vorher belastende Erlebnis dich einfach nicht mehr berührt. Du steigst in den Flieger und beginnst ein entspanntes Gespräch mit deinem Sitznachbarn und denkst gar nicht mehr dran, dass dich das Fliegen früher belastet hat. Oder du hältst einen Vortrag und bist in der Lage, klar und konzentriert angstfrei zu sprechen. Oder du führst das längst fällige Gespräch mit deinem Chef und kannst ihm deinen Standpunkt gut verständlich machen ohne in Tränen auszubrechen oder im Erdboden zu versinken.

Ohne Angst kannst du ganz andere Leistungen abrufen!

Was ist Introvision?

Introvision ist ein Zustand der weiten Wahrnehmung. In diesem besonderen Bewusstseinszustand findet die Konfrontation mit dem belastenden Thema statt. Durch das begleitete Halten der weiten Wahrnehmung über mehrere Minuten kommt es zu einer Entkoppelung des Alarms in der Amygdala. Sie bekommt eine neue Information: Kein Alarm mehr nötig in Situation xy!

Häufig sind die Auswirkungen sofort spürbar. Mitunter geht der Stresspegel bereits in einer Sitzung deutlich runter, manchmal braucht es ein paar Wiederhlungen. Wenn die weite Wahrnehmung dann in den Folgetagen jeweils einige Minuten lang fortgeführt wird, kann der Stressauslöser eines Themas sich vollkommen verabschieden.

Die körperliche Wirkung von Introvision

Es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass Introvision auch auf körperliche Symptome und die Gesundheit eine positive Wirkung hat. Wenn man bedenkt, was ein Stresszustand im Körper anrichtet – von Schweißausbrüchen, über Muskelverspannungen und Migräne bis zu Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden – dann können wir leicht nachvollziehen, dass die Beseitigung dieses Stresses auch eine positive Wirkung auf den Körper hat.

Die Uni Hamburg hat bereits die Wirksamkeit von Introvision bei chronischen Nackenverspannungen in einer Studie nachgewiesen. Ich bin sicher, dass Untersuchungen über die Wirkung von Introvision auf andere Krankheitsbilder folgen werden.

Introvision für die Entwicklung nutzen

Wer unter starken Ängsten leidet, wird vielleicht froh sein, wenn er endlich einen Weg findet, diese los zu werden. Doch gehen die Möglichkeiten von Introvision viel weiter. Viele Menschen würden von sich selber sagen, dass Angst in ihrem Leben kein großes Thema spielt. Und doch gibt es Bereiche, die nicht glücklich verlaufen:

  • Jemand ist sehr erfolgreich, findet aber nicht zu einer guten Beziehung.
  • Oder ein Mensch ist extrem erfolgreich, steht aber kurz vor dem Burnout.
  • Ein anderer tut scheinbar alles, um endlich mehr Geld zu verdienen, aber es klappt irgendwie nicht.

In all diesen Situationen kann , wenn man die Hintergründe aufdeckt, irgendein Vermeidungsverhalten sichtbar werden: Die Angst sich wirklich auf eine Partnerschaft einzulassen, die Angst, wenn man nicht bis zum Umfallen arbeitet, seinen Erfolg vielleicht wieder zu verlieren, die Angst, wenn man mehr Geld verdient, vielleicht nicht mehr beliebt zu sein.

Jeder Mensch hat da sein eigenes Hintergrundszenario. Kein Fall ist wie der andere. Ich möchte mit diesen Beispielen nur deutlich machen, dass es versteckte (unbewusste) Befürchtungen gibt, die uns blockieren können, möglicherweise ohne dass wir es merken. Aber das Leben zeigt sie uns.

Wenn die Themen, die im Hintergrund aktiv sind, aufgespürt und gelöst werden, steht der Weiterentwicklung zum gewünschten Ziel (der erfüllten Beziehung, einer gesunden Ausbalancierung von Beruf und Privatleben, finanziellem Erfolg) nichts im Wege.

Wenn du den Wunsch habst, etwas in deinem Leben zu verbessern, kann Introvision hier sehr entwicklungsförderlich sein.

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