Wir haben kein Energieproblem. Wir haben ein Gewissensproblem.
Ich möchte heute eine Erfahrung mit dir teilen, die mich bewegt.
Es geht um Energie und darum, wie Photovoltaik zu einer emotionalen Angelegenheit werden kann.
Wir haben uns vor einiger Zeit für eine Photovoltaikanlage entschieden. Eine durchdachte Entscheidung, die aus rationalen Gründen getroffen wurde. Abwägen, kalkulieren, prüfen, vergleichen. Sehr viel mentale Arbeit.
Nun ist die Anlage in Betrieb und ich merke, dass sie etwas zutiefst Emotionales in mir auslöst:
Ich schaue morgens auf meine Handy-App und sehe, wie sich der Speicher füllt – noch bevor die Sonne überhaupt um das Nachbarhaus herumgewandert ist. Das Licht, das jeden Tag da ist, wird aufgefangen und in Strom verwandelt, den wir dann nutzen können.
Einfach so. Ohne (weitere) Kosten, ohne Bedingungen.
Die Sonne liefert ohne zu fragen, ob wir angemeldet sind und wie unsere Bankverbindung lautet.
Und an sonnigen Tagen weit mehr als wir verbrauchen.
Das ist Fülle pur.
Mein Verhalten hat sich ganz automatisch umgestellt. Wasch- und Spülmaschine laufen jetzt nicht mehr abends, sondern dann, wenn es sonnig ist. Und ich kann in meiner App ablesen, dass wir nur einen Bruchteil dessen nutzen, was wir mithilfe der Sonne erzeugen.
Das fühlt sich nicht mehr an wie Verbrauch,
sondern wie Versorgung.
Die emotionale Dimension
Weißt du, was das mit mir macht?
Es löst eine Anspannung, die immer da war, auch wenn ich sie nicht immer wahrgenommen habe. Dieses Wissen, dass wir Energie verbrauchen und damit unsere Umwelt belasten.
Ich habe ein feines Gespür dafür, wo wir auf Kosten der Erde leben. Und ich kann das nicht ausblenden.
Wenn Energie aus fossilen Quellen kommt, entstehen Emissionen. Wenn sie aus Atomkraft kommt, bleiben Brennstäbe zurück, die über unvorstellbare Zeiträume weiter strahlen; und niemand kann wirklich sagen, wie diese Last sicher getilgt werden kann.
Dieses Wissen lief immer mit, wenn ich Strom verbraucht habe. Wie ein störender Dauerton im Hintergrund.
Man nennt das kognitive Dissonanz.
Du weißt, dass ein Verhalten problematisch ist und lebst es trotzdem. Zwei Anteile in dir streben dann in unterschiedliche Richtungen. Das erzeugt Anspannung. In mir entspannt sich an dieser Stelle etwas. Strom zu nutzen ist plötzlich nicht mehr belastet, sondern eine ganz friedliche und erfreuliche Angelegenheit.
Kognitive Dissonanz ist keine Kleinigkeit
Wenn es viele solcher kognitiven Dissonanzen gibt, entsteht Daueranspannung. Der Organismus muss permanent etwas übergehen, relativieren oder ausblenden.
Ich glaube, dass es vielen Menschen so geht. Gerade hochsensible Menschen haben ein feines Gespür dafür, wo etwas ungerecht oder nicht stimmig zugeht. Die Ausbeutung der Erde ist so ein Punkt. Und gleichzeitig erleben sie, wie begrenzt ihre Möglichkeiten sind, daran wirklich etwas zu verändern.
Das ist eine enorme innere Belastung und führt zu Erschöpfung.
Ein stimmiger Schritt
Was ich jetzt spüre, ist vor allem eines: Entlastung.
Strom zu nutzen fühlt sich plötzlich friedlich an, völlig in Ordnung.
Und erst jetzt wird mir klar, wie viel Energie es vorher gekostet hat, diese innere Unstimmigkeit auszuhalten. Durch die Installation der Photovoltikanlage haben wir dafür gesorgt, dass unser Verhalten zu unseren Werten passt. Das ist keine Kleinigkeit, sondern eine gesunde Maßnahme.
Und es hat noch etwas anderes sichtbar gemacht:
Wenn ich auf unsere Energiebilanz schaue, wird deutlich: Es fehlt nicht an Energie. Sie ist in Fülle da. Sie muss nur genutzt, gespeichert und sinnvoll verteilt werden. Das ist kein Problem von Energiemangel.
Es ist das Thema von Gestaltung einer neuen Infrastruktur.
Dafür kann man sich einsetzen. Auch im Kleinen. So wie hier, wo plötzlich spürbar wird:
So fühlt es sich richtig an. Und auch in mir wird Energie frei.
Bild: Pixabay, Andreas






sabine jakob
Liebe Barbara Grebe,
mit großer Freude und innerer Bewegung lese ich Ihre Posts und ich spüre jedes Mal ein inneres Klingen, sehr fein und tief im Innen. Ihre Gedanken und Wahr-Nehmungen berühren mich, verbinden sich mit den meinen und lassen ein warmes Feld der Verbundenheit entstehen.
Von Herzen möchte ich Ihnen dafür danken.
Die Kraft der Hochsensibilität, des achtsamen Spürens und Wahrnehmens von energetischen Feldern im Innen wie im Außen, ist oft so anstrengend – doch beginnt sich dies auch für mich zu wandeln. Je stimmiger ich mich in mein Sein hineinsinken lasse, desto friedvoller sind die Wege, die ich wahrnehmend begehen und gestalten kann.
Danke für Ihre zutiefst wärmenden, weichen, klaren, vielschichtigen und unterstützenden Sicht-Weisen.
Zusammen unterwegs zu sein in diesen besonderen Zeiten stärkt die Zuversicht und nährt die Kraft der Gemeinschaft.
Ich wünsche Ihnen weiterhin diese feine innere Wärme, die ich spüre und dazu Freude, Liebe, sowie himmlischen Segen für Sie, Ihre Lieben und Ihre Arbeit.
Herzliche Grüße mit Frühlingsmorgensonne,
Sabine Jakob
Barbara Grebe
Liebe Sabine Jakob,
vielen Dank für diesen feinsinnigen, spürigen Beitrag!! Er ist so vollständig, dass ich das Gefühl habe, dass alles gesagt ist. Die Resonanz, Wärme und Verbundenheit kommen voll bei mir an. Ja, ich glaube, dass wir genau das sehr pflegen und wertschätzen dürfen. Danke!
Stephan
Großartig. Was EE und speziell PV betrifft, wird sonst ja hauptsächlich technisch-kalkulatorisch diskutiert und argumentiert. Das lässt eine ganze Dimension unberücksichtigt, nämlich genau die emotionale, die Erfahrung von Fülle und Entlastung. Und diese – das darf ich aus eigener Erfahrung sagen – wirkt weit über das Thema Strombezug hinaus. Machen und selbst erleben. 🙂
Barbara Grebe
Lieber Stephan,
vielen Dank für diesen Kommentar und die Wertschätzung der zweiten Ebene, die sicher als „eher weiblich“ gelesen werden könnte. Ja, all unser Verhalten hat auch eine emotionale Seite. Und die Freude und Zufriedenheit, die durch nachhaltiges Verhalten entsteht, darf wirklich benannt (und gerne auch marketingtechnisch benutzt) werden 🙂