Von Mensch zu Mensch

zwei Frauen in Kommunikation

Von Mensch zu Mensch

Ihr Lieben,

vor 3 Wochen ist mein Artikel „Ist Hochsensibilität heilbar?“ in einem sozialen Netzwerk gepostet worden und hat eine Menge an abwertenden und verurteilenden Kommentaren ausgelöst. Mich hat sehr beschäftigt, dass dies in einer Gruppe für hochsensible Menschen stattfand. Abgesehen davon, dass ganz offensichtlich viele von denen, die sich abwertend zu Wort gemeldet haben, den Artikel nicht gelesen hatten, bin ich mir sicher, dass keiner so gesprochen hätte, wenn er mir gegenüber gesessen hätte. Und das ist der spannende Punkt.
Ist uns auch bei sehr entfernten Beziehungen (dem abendlichen Einkauf im Supermarkt, dem Telefonat mit einer Behörde oder dem Kommentieren eines Beitrags im Internet) bewusst, dass am anderen Ende immer ein Mensch sitzt? Mir nicht immer. Häufig sehe ich die Frau an der Kasse nur in ihrer Funktion als Verkäuferin. Aber manchmal versuche ich auch ganz gezielt, die routinierte Stimme, die in irgendeinem Callcenter sitzt und Texte vom Bildschirm abliest, zu einer menschlichen Regung zu verleiten.

Und wie empfindest du dich selbst? Hast du das Gefühl, dass du zählst, dass man dich wahrnimmt?

Ich habe in meinem Beruf ja mit vielen Menschen zu tun, die kommen und wieder gehen – häufig wortlos nach einer Zeit der sehr persönlichen Zusammenarbeit oder nach mehreren Besuchen in einer  Gruppe. Mir ist das nicht gleichgültig. Vor allem, wenn die Verbindung eine Zeitlang bestand, frage ich mich, wie es den Menschen gehen mag und wie sich ihre Themen entwickeln. Ich vermute, dass einige dieser Menschen nicht wissen, dass sie diese Wichtigkeit haben, dass ihnen nicht bewusst ist, dass man es merkt, wenn sie plötzlich verschwinden.
Doch – ich merke es. Weil ein persönlicher Kontakt entstanden ist. Sobald das passiert, ist mir der Mensch wichtig. Du bist wichtig.

Auch du als Leser bist wichtig. Ich schreibe mit Engagement und Herz, nicht, weil ich nichts anderes zu tun hätte, sondern weil ich immer wieder die Rückmeldung bekomme, dass auf der anderen Seite Menschen sitzen, die meine Texte lesen und sich damit auseinandersetzen. Ich möchte Menschen erreichen und es ist wunderschön, wenn ich mitbekomme, dass das gelingt.

Übrigens setze ich mich in meinem nächsten Artikel mit der Frage auseinander, wie man als hochsensibler Mensch mit den Urteilen anderer umgehen und wie man sie sogar für sich nutzen kann. Er erscheint am Sonntag im Compassioner und ist vorraussichtlich ab Montag auf meiner Blogseite zu finden. Titel: „Bist du ein Mensch, mit dem du richtig gerne zu tun hättest?“

Barbara Grebe
Barbara Grebe

Barbara Grebe ist Coach für hochbegabte und hochsensible Menschen in Köln.

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