Udo Schmitz

Ganz ehrlich…

bis vor einem Jahr war mir noch gar nicht bewusst, dass ich schon lange als Coach arbeite.

Im Jahre 2013 habe ich eine zweijährige Coaching-Ausbildung gemacht – aber viel mehr aus dem Interesse an eigener Persönlichkeitsentwicklung als mit der Absicht, daraus einen Beruf werden zu lassen. In der Folge bemerkte ich allerdings, dass ich noch mehr als zuvor im Freundes- und Bekanntenkreis beratend, unterstützend und fördernd zur Seite stand, wenn es dort Krisen oder Prozesse gab. Coaching war schon längst zu meiner Leidenschaft, ja zur Berufung geworden.

Als Barbara mich in solchen Situationen erlebte, sagte sie mir bald, die Art wie ich diese Gespräche führe, sei „erstklassiges Coaching“. Ich war überrascht von dieser großen Wertschätzung, tat ich doch nur, was mir in die Wiege gelegt war: Empathisch zuhören, ganzheitlich erfassen, spontan analysieren, um dies dann meinem Gegenüber in einer liebevollen, von lebendiger Bildersprache geprägten Art und Weise nahe zu bringen, sodass er es für sich nutzen kann.

Durch ihr beharrliches Drängen, mich doch mit dieser Fähigkeit zu zeigen und Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen, entschloss ich mich über meinen Schatten zu springen. Bald schon begann ich in dieser von mir immer schon sehr geliebten Tätigkeit professionell zu arbeiten. Inzwischen verstehe ich, was Barbara in mir gesehen hat und nehme die neue Rolle mehr und mehr an.

Motivation: Ich mag es, mit reflektierten und entwicklungsbereiten Menschen zu arbeiten. Ich selbst hatte in meinem Leben immer zur rechten Zeit den richtigen Lehrer an meiner Seite, dafür bin ich zutiefst dankbar. Heute liebe ich es, Menschen an diesem Erlernten Teil haben zu lassen und davon selber etwas weiterzugeben.
Mich bewegt und motiviert die Überzeugung, dass in jedem Menschen alle Fähigkeiten und Lösungswege, die er oder sie zum Meistern seines/ihres Lebens braucht, bereits von Geburt an angelegt sind. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, diese Schätze für jeden aus sich selbst heraus verfügbar zu machen. Zu erleben, wie bei meinen Klienten Leichtigkeit, Lebensfreude und vor allem Eigenliebe wachsen, berührt und motiviert mich immer wieder tief.

Hochsensibilität/Hochbegabung: Aufgrund meiner Extrovertiert- und Selbstsicherheit komme ich nicht so viel mit den HSP-typischen Prozessen wie Ablehnung, Sich-falsch-fühlen etc. in Kontakt. Dies ist wohl auch der Grund, warum meine Hochsensibilität so lange unentdeckt blieb, während ich auf die Hochbegabung/schnelle Auffassungsgabe schon früher hingewiesen wurde. Erst vor knapp zwei Jahren machte mich eine Freundin auf das Thema Hochsensibilität aufmerksam. Inzwischen habe ich mich mit genau diesen Seiten meiner Persönlichkeit verstärkt auseinandergesetzt und empfinde sie als sehr bereichernd, gerade auch in meiner Arbeit als Coach.

Erster und zweiter Eindruck: Da sind diese scheinbar gegensätzlichen Eigenschaften Extrovertiertheit und Temperament in Kombination mit meiner männlichen, körperlich stabilen Erscheinung auf der einen und die Hochsensibilität auf der anderen Seite. Dies führt häufig dazu, dass Menschen bei mir eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem ersten und dem zweiten Eindruck erleben. Gerade Frauen reagieren häufig anfangs mit Vorsicht oder Ablehnung und machen dann, wenn sie einen zweiten, intensiveren Kontakt zulassen, die Erfahrung von Gesehenwerden. Es stellt sich bei ihnen dann häufig ein Gefühl von beschützter Geborgenheit, Stabilität und Einfühlsamkeit ein.

Wesentliche Bestandteile meines Coachings: Empathie, Intuition, Humor, Bildersprache, Körperarbeit, aber auch gezielte Provokation charakterisieren meine Arbeit. In meiner Coachingausbildung lag der Schwerpunkt auf der Schulung von Intution. Diese ermöglicht es mir in Kombination mit Emotionalität und einem ausgeprägten analytischen Gen, im Coachingprozess sehr schnell hinter oft jahrzehntelang antrainierte Muster aus Erklärung, Selbstdarstellung und Selbstschutz zu blicken. Die erkannten Muster kann ich dann für den Klienten sichtbar machen, unterstützt von meiner phantasiereichen Bildersprache.

Heute wissen wir: Viele emotionale Belastungen und Blockaden sind in unserem Körper gespeichert. Bewusste neue Körpererfahrungen oder auch das Verschieben bisheriger körperlicher Grenzen können hier zur Überwindung von Denkverboten und alten Dogmen beitragen. Daher sind sie ein wirkungsvoller Bestandteil meiner Arbeit.

Manchmal kann auch eine gezielte Provokation nötig sein. Wegen der oben beschriebenen Intuition und Empathie erspüre ich den rechten Moment dafür. Dies hat etwas von Wachrütteln, der berühmte „wake up call“, der liebevoll eingesetzt sooo kraftvoll ist.

Meine berufliche Vita: Im Alter von 22 Jahre habe ich meine erste Selbstständigkeit begonnen, habe das BWL-Studium abgebrochen und mir das nötige Handwerkszeug für die Selbstständigkeit autodidaktisch erarbeitet, in einer Zeit ohne Internet und Google. Meine berufliche Laufbahn war immer wieder von Umbrüchen geprägt, ich musste schwere Rückschläge und Niederlagen einstecken, bin aber daran weder zerbrochen noch verbittert, sondern immer einmal mehr aufgestanden als hingefallen. Seit Ende der 90er Jahre war Mitarbeiterschulung ein fester Bestandteil meines Arbeitslebens. Diesen Bereich konnte ich ab 2008, nach Abschluss meiner eigenen IHK Fachwirtausbildung, zu einer eigenen Profession ausbauen, indem ich als Dozent für angehende IHK Fachwirte gearbeitet habe.

Dabei war es mir immer eine Herzensangelegenheit, den Unterricht für meine Teilnehmer zu mehr als reiner Wissensvermittlung zu machen. Ich wollte Menschen befähigen selbstständig komplexe Aufgaben zu lösen und dabei auch über den Tellerrand ihrer bisherigen Erfahrungen hinauszublicken.

Heute liegt mein Hauptberuf in Entwicklung und Vertrieb von Bauprojekten. Diese Tätigkeit spiegelt aber eben nur einen Teil meiner Persönlichkeit wieder, der andere sucht und fragt nach den tieferen Werten und Aspekten menschlichen Denkens und Handelns.